Ulf- Bernhard. Bademeister.

Da ich hier gerade irgendwie am Schwimmen bin und mein persönlicher Master of Inspiration das Thema vorschlug: Voilà.

©️jott

Ulf- Bernhard kennt sie alle: Querbahnschwimmer, Beckenrandstrategen und harmlos dreinblickende Arschbombenspezialisten.

Einen Von-der-Seite-ins-Becken-Springer erkennt er auf 30 Meter Gegenwelle. Notfalls bereits in der Umkleide.

Ulf – Bernhard ist Bademeister alter Schule.

Er war schon Bademeister, als Bikinis noch Bänder zum Aufziehen hatten. 1973.

Seine Dienstauffassung stammt aus der selben Epoche.

Er unterscheidet zwischen sportlichem Planschen, vorsätzlicher Wasserverdrängung und grobem Unfug mit Anlauf. Alles wird innerlich protokolliert. In dreifacher Ausfertigung, nach Spritzhöhe sortiert.

Für ihn gilt: Wer am Beckenrand stehen bleibt, hat etwas vor. Wer ins Wasser schaut, plant. Wer „nur mal guckt“, wartet auf eine Gelegenheit.

Seine Trillerpfeife benutzt er selten. Seine linke Augenbraue besitzt Weisungsbefugnis. Die rechte ist für Wiederholungstäter zuständig.

Schwimmnudeln hält er für den Anfang des gesellschaftlichen Verfalls.

„Früher hatten wir Arme!“

Auch Rückenschwimmen betrachtet er mit Misstrauen. Wer nicht sieht, wohin er schwimmt, kann schließlich alles behaupten.

Wenn ein Kind seine erste Bahn schafft, nickt er anerkennend.

„Kann man gelten lassen.“

Mehr Lob ist tariflich nicht vorgesehen. Begeisterung würde außerdem falsche Erwartungen wecken.

Eine Ausnahme macht Ulf – Bernhard allerdings. Ihr Name ist Ilse. Frühschwimmerin.


Entdecke mehr von Ideenlese

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.



Ein Kommentar zu „Ulf- Bernhard. Bademeister.“

  1. Sehr gut getroffen!

Schreibe einen Kommentar


Ich spiele mit Sprache, mit Gedanken, mit Bildern und Absurditäten.
jott


Entdecke mehr von Ideenlese

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen