Tag 2 – Montag

Doreen aus Dover.
Dezent dominant. Durchaus schwierig.
Geborene Dorothea, nicht Dover, sondern Düsseldorf, Plattenbau. Gefühlte Majestät.
Doreen. Also ich finde, Doreen ist ne richtige Tusse!
Ja, ich weiß, damit bleibe ich weit hinter meinen Ansprüchen an mich selbst zurück: von wegen Solidarität unter Frauen und so.
Aber hier geht’s ja nicht um mich und meine Macken (zum Glück!), sondern um Doreen aka Dorothea.
Sie kämpft für die Rechte übersehener Märchenfiguren.
Ihre Charity-Galas in Dover und Düsseldorf stehen unter dem Motto: „Auch Randfiguren haben ein Recht auf Mittelpunkt.“
Der Wolf fordert eine Gegendarstellung. Die Erbse Schmerzensgeld. Die dreizehnte Fee einen Platz am Tisch. Und der Fuchs hat die Schnauze voll von den Herzensbotschaften des kleinen Prinzen.
Doreen gründet also eine Stiftung und übernimmt sämtliche Ehrenämter.
Als der Frosch öffentlich erklärt, er sei nie ein Prinz gewesen und habe auch nie geküsst werden wollen, entzieht sie ihm das Wort.
„Wir vertreten hier Opfer. Keine Querulanten.“
Für ihren Einsatz erhält Doreen den Europäischen Märchenpreis.
Die Jury tagte einstimmig. Doreen war vollzählig anwesend.
Tja. Doreen und Montag eben. Da kommt eins zum anderen.

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