
„Schwimmst du?“
„Im Moment sitze ich am Tisch und trinke Kaffee. Was genau meinst du?“
So fing es an.
Ich mag Fragen, die ein Nachspiel haben.
Solche, die „wie Küsse schmecken“ und nicht nach abgestandenem Bier.
Aus „Schwimmst du?“ sind inzwischen sechs Figuren in einem Schwimmbad geworden.
Ich habe großen Spaß daran, sie zu zeichnen und zum Leben zu erwecken.
Mit jeder Zeichnung bekommen sie ein bisschen mehr Persönlichkeit. Inzwischen entwickeln diese eigenwilligen Badegäste ein bemerkenswertes Eigenleben.
Sie sind schräg, schrill, schrullig, eitel, empfindlich und gelegentlich von einer geradezu erschütternden Selbstüberschätzung.
Also eigentlich ganz normale Menschen.
Nur in Badehose.
Wer zwischen meinen Zeilen zu lesen gelernt hat, weiß, dass sich unter meinem schrägen Humor ziemlich tiefe Schluchten auftun.
„Das Schwimmbad“ ist deshalb nicht nur ein Ort für kleine, schräge, lustige Figuren.
Es ist auch ein überschaubares Stück Welt.
Mit Regeln und Trennleinen. Mit Eitelkeiten, Sehnsüchten und erstaunlichen Verdrängungsleistungen.
Manche schwimmen gegen die Uhr. Andere gegen ihre Gefühle.
Manche halten sich für unwiderstehlich. Andere halten sich lieber am Beckenrand fest.
Und während alle ihre Bahnen ziehen, stellt sich irgendwann die Frage, ob Bewegung eigentlich immer bedeutet, dass man vorankommt.
Wie es weitergeht?
Mal sehen.
Am Beckenrand drängelt schon der Nächste.
Und mein Kaffee wird kalt.

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